Echte oder falsche Photocard: eine offizielle Karte erkennen
Vom pocabase-Team · Veröffentlicht am 8. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Eine Photocard ist eine kleine bedruckte Karte, die einer Album-Version beiliegt oder von einem Händler herausgegeben wird. Der Wiederverkaufsmarkt ist groß, und Kopien gibt es: Heimdruck, ein als Original verkaufter Scan, eine ganze Charge einer als selten geltenden Karte. Die Frage stellt sich also bei jedem Kauf. Eines muss vorweg gesagt werden: Es gibt kein universelles offizielles Hologramm, kein Zertifikat, keine online prüfbare Nummer. Die einzige zuverlässige Methode ist der Vergleich mit einer Karte derselben Serie. Dieser Guide listet auf, was in welcher Reihenfolge zu prüfen ist, und was sich in der pocabase-Datenbank vor der Zahlung gegenprüfen lässt.
Woher eine echte Photocard kommt
Eine offizielle Photocard wird nie hergestellt, um einzeln verkauft zu werden. Sie erreicht dich auf zwei Wegen. Erstens: Sie liegt einer Album-Version bei, meist zufällig gezogen, manchmal als komplettes Set. Zweitens: Sie wird als POB vergeben, das von einem Händler ausgehandelte Preorder-Geschenk. In beiden Fällen stammt die Karte aus einem Produktionslauf, der an ein größeres Objekt gebunden ist, eine Box oder eine Bestellung. Jede einzeln angebotene Karte wurde also von einem ersten Käufer aus ihrer ursprünglichen Charge herausgelöst.
Diese Herkunft ist dein erster Filter. Frage, bevor du das Papier beurteilst, aus welcher Version oder welchem POB die Karte stammen soll. Kann der Verkäufer das nicht sagen, oder passt die Antwort zu keinem bekannten Release, ist der Zweifel schon begründet. Auf pocabase listet jede Album-Version ihre Inhalte: Artikel, Menge, die „x von y“-Formel, Zufallsziehung, POB-Kennzeichnung. Die Datenbank umfasst 4.621 Alben und 11.507 Versionen; eine Karte, die zu keiner davon passt, braucht eine Erklärung.
Papier, Druck und Kante
Eine offizielle Photocard ist auf dickem, festem Karton mit gleichmäßigem Lack oder Laminat gedruckt. Eine Kopie ist fast immer dünner und weicher, oder im Gegenteil zu steif, weil sie aus zwei verklebten Schichten besteht. Stelle die Karte auf die Kante und betrachte sie von der Seite: Bei einer offiziellen Karte ist die Dicke konstant und der Schnitt sauber, ohne herausstehende weiße Fasern. Eine zu Hause gedruckte Karte zeigt oft eine faserige Kante, ein gelberes Weiß oder zwei sichtbar übereinanderliegende Schichten.
Der Druck lässt sich an kleinen Schriftzeichen beurteilen. Bei einer offiziellen Karte bleibt der Text auf der Rückseite unter der Lupe oder durch die Handykamera scharf. Bei einer aus einem Scan erstellten Kopie zeigt sich das Raster des Originaldrucks als regelmäßige Punkte, Buchstaben laufen leicht aus, und flächige Farben zeigen ein leichtes Moiré. Eine kopierte holografische Karte verliert ihre Tiefe: Der Effekt wird zu einem flach gedruckten Glitzerbild, das sich beim Kippen der Karte nicht mehr verändert.
- Dicke: über die ganze Karte konstant, keine von der Seite sichtbare zweite Schicht.
- Schnitt: saubere Kanten, gleichmäßige Ecken, keine ausgerissenen weißen Fasern.
- Kleinschrift: kräftig und lesbar, ohne sichtbare Rasterpunkte.
- Hologramm-Effekt: Er muss sich beim Kippen der Karte verändern.

Die Rückseite der Karte
Die Rückseite trägt die meisten überprüfbaren Informationen: Logo des Labels oder Distributors, Albumtitel, rechtliche Hinweise, manchmal eine für die Serie spezifische Nummer. Die Typografie ist bei jeder Karte einer Charge identisch: gleiche Schriftstärke, gleicher Zeichenabstand, gleicher Abstand zur Kante. Eine Kopie verschiebt den Textblock oft um ein bis zwei Millimeter, ändert die Schriftstärke oder ersetzt die Schriftart durch eine ähnliche. Diese Verschiebung fällt sofort auf, sobald eine Referenzkarte danebenliegt.
Die Nummerierung verdient Aufmerksamkeit, aber nicht mehr Gewicht, als ihr zusteht. Manche Serien nummerieren ihre Karten, andere nicht: Eine fehlende Nummer beweist nichts. Entscheidend ist die Übereinstimmung mit dem Rest der Serie. Eine Nummer in einem Format, das die Serie nie verwendet, ist ein schlechtes Zeichen. Auch der Hintergrund der Rückseite spricht Bände: Eine offizielle einheitliche Farbe bleibt von Ecke zu Ecke gleichmäßig, ohne Tonverschiebung und ohne sichtbare Körnung.
Farben, Schnitt und Vergleich
Die Farben einer Kopie weichen fast immer ab. Hauttöne kippen ins Rosa oder Graue, Schwarztöne laufen zu, Weißtöne bekommen einen kalten oder gelben Stich. Der Fehler ist an einer einzeln betrachteten Karte unsichtbar und offensichtlich, sobald eine offizielle Karte derselben Serie danebenliegt. Deshalb bleibt der direkte Vergleich die einzige zuverlässige Methode: Ein noch so scharfes Verkäuferfoto sagt nichts über die wirklichen Farben oder die Oberfläche der Karte aus.
Der Schnitt wird auf dieselbe Weise geprüft. Karten einer Serie teilen sich das Format auf den Millimeter genau und dieselben abgerundeten Ecken. Eine mit dem Schneidegerät zugeschnittene Kopie zeigt eckigere Ecken, ein leicht abweichendes Format oder ein dezentriertes Bild, wobei der weiße Rand nicht mehr auf beiden Seiten gleich ist. Lege zwei Karten flach aufeinander, Vorderseite auf Vorderseite, und der Unterschied zeigt sich sofort, ohne Messwerkzeug. Die Prüfung dauert wenige Sekunden und braucht nichts weiter als eine zweite Karte derselben Serie.
- Vergleiche mit einer offiziellen Karte derselben Serie, nicht eines anderen Release.
- Betrachte sie bei Tageslicht, nie unter warmem Innenlicht.
- Lege beide Karten übereinander, um Format und Ränder zu prüfen.
- Kippe sie gemeinsam: Der Lack sollte gleich reagieren.

Was keine Fälschung ist
Eine als solche verkaufte „Unofficial“- oder „Fanmade“-Karte ist keine Fälschung. Sie ist eine Fan-Kreation, in kleiner Auflage gedruckt, oft mit einem Design, das das Label nie produziert hat. Das Problem entsteht erst, wenn ein Verkäufer sie als offiziell ausgibt oder sie in eine offizielle Charge mischt. Eine ehrliche Anzeige schreibt „unofficial“ in den Titel und der Preis folgt dem. Diese Karten stehen nicht in der pocabase-Datenbank, die nur offizielle Inhalte erfasst.
Eine weitere häufige Verwechslung sind offizielle Kleinformate. ID-Photocards, Mini-Photocards und Transportkarten gehören zu offiziellen Serien und sind kleiner als das übliche Format. Eine kleinere Karte als die klassische Photocard ist deshalb nicht allein deswegen falsch. Auch hier zeigt die Versionsseite, was wirklich in der Box war: Artikeltyp, Menge und ob die Ziehung zufällig oder das Set vollständig war. Diese Liste zu lesen klärt die Frage schneller, als eine Karte allein nach ihrer Größe zu beurteilen.
Mit pocabase gegenprüfen und eine Anzeige lesen
Öffne vor dem Kauf die Seite der betreffenden Version. Sie nennt den Namen der Version, ihr Format, ihren EAN, ihre Katalognummer und ihre Liste der Inhalte: wie viele Photocards, welche davon zufällig gezogen wurden, welche aus einem POB stammten. Eine Karte, die angeblich in einer Version enthalten war, die nie eine solche enthielt, ist ein klares Signal. Die Datenbank gibt auch eine Größenordnung: Die erfassten Versionen geben im Schnitt 3,3 Photocards pro Box an, und 74 % enthalten mindestens ein zufälliges Element.
Die Anzeige selbst liest sich wie ein Dokument. Ein einzelnes Foto ohne Hand und ohne erkennbaren Hintergrund beweist nichts: Es kann von einem anderen Konto stammen. Ein großer Bestand einer als selten geltenden Karte ist unwahrscheinlich, da solche Karten nur vereinzelt auftauchen. Und ein Verkäufer, der ein zusätzliches Foto der Kante oder der Rückseite verweigert, verweigert die eine Prüfung, die wenig kostet und die Sache schnell klärt. Diese Weigerung ist eine Antwort für sich.
- Verlange ein Foto der Kante und ein Foto der Rückseite, aufgenommen vom Verkäufer.
- Sei misstrauisch bei einer großen Charge einer seltenen Karte zum üblichen Preis.
- Suche das Bild anderswo: Ein wiederverwendetes Foto taucht oft auf einem anderen Konto auf.
- Prüfe auf pocabase, dass die genannte Version diese Photocard wirklich enthielt.

Häufige Fragen
Gibt es ein offizielles Hologramm auf Photocards?
Nein. Es gibt kein allen Photocards gemeinsames Sicherheitsmerkmal, kein Zertifikat und keine online prüfbare Nummer. Manche Serien tragen einen Glanzlack oder einen Hologramm-Effekt, aber das ist eine Designentscheidung, keine Garantie. Ein Verkäufer, der von einem Echtheitshologramm spricht, beschreibt eine Verzierung. Der Vergleich mit einer Karte derselben Serie bleibt die einzige zuverlässige Methode.
Woher weiß ich, welche Photocards eine Version enthält?
Die Versionsseite auf pocabase listet ihre Inhalte: Artikeltyp, Menge, die „x von y“-Formel, Zufallsziehung und POB-Kennzeichnung. Die Anzahl der Photocards pro Box wird ebenfalls angezeigt. Passt die angebotene Karte zu keinem bekannten Inhalt dieser Version, frage den Verkäufer nach ihrer Herkunft, bevor du etwas zahlst.
Ist eine einzeln verkaufte Photocard immer falsch?
Nein. Ursprünglich wird keine offizielle Photocard einzeln verkauft, aber jede einzeln kursierende Karte wurde von einem ersten Käufer aus einem Album oder einem POB herausgelöst. Der Einzelverkauf ist normal. Entscheidend ist nicht, dass die Karte allein ist, sondern dass die ursprüngliche Version oder der POB existiert und zur Beschreibung in der Anzeige passt.
Was ist eine Unofficial- oder Fanmade-Karte?
Das ist eine von einem Fan hergestellte Karte, nicht vom Label. Sie ist keine Fälschung, solange sie als solche verkauft wird, mit „unofficial“ oder „fanmade“ in der Anzeige und einem entsprechenden Preis. Das Problem beginnt, wenn sie als offiziell dargestellt wird. Diese Karten haben weder EAN noch eine zugehörige Version und stehen nicht in der Datenbank.
Was sollte ich einen Verkäufer vor dem Kauf fragen?
Drei Dinge: die Album-Version oder den POB, aus dem sie stammt, ein Foto der Kante und ein vom Verkäufer aufgenommenes Foto der Rückseite. Die Kante zeigt Dicke und Schnittqualität, die Rückseite zeigt Typografie und Hintergrundfarbe. Ein seriöser Verkäufer antwortet innerhalb weniger Minuten. Eine Verweigerung bei diesen drei Punkten reicht, um vom Kauf abzusehen.















